
Abb.2: Ansicht eines nicht kollimierten Newtons ohne Kollimationsokular

Abb.3: Drei Schritte der Kollimation bei einem Newton
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Am einfachsten kollimieren Sie Ihr Teleskop tagsüber, wenn es
hell ist und alle Schrauben, Muttern und sonstigen Teile am Teleskop gut sichtbar sind.
Die bekannte Warnung vorneweg: Richten Sie dabei weder das Teleskop noch die seitliche
Öffnung des Kollimationsokulars direkt in die Sonne!
Setzen Sie das Kollimationsokular direkt in den Okularauszug und richten Sie
die seitliche Öffnung gen Himmel oder eine helle Fläche. Das Kollimationsokular
soll dabei soweit hineingeschoben werden, dass Sie, wenn Sie durch das Sichtloch gucken,
zwischen Fangspiegel und Unterkante Kollimationsokular noch etwas Abstand lassen.
- Newton-Teleskop (ohne Fangspiegel/Okular-Rotationssystem)
- Schauen Sie von vorne in den Tubus und überprüfen Sie, ob der Fangspiegel
schön zentrisch im Tubus positioniert ist. Messen Sie dies am besten mit einem
Massstab oder einer Schieberlehre nach. Bei Newtons mit sehr kurzem
Öffnungsverhältnis (z.B. f/4) muss der Fangspiegel um einen kleinen Offset
weiter weg vom Okularauszug positioniert werden. Prüfen Sie ebenfalls nach, ob
der Hauptspiegel schön zentrisch im Tubus sitzt. Ein kurzer Blick
genügt da meist. Ebenso müssen alle Komponenten zumindest grob justiert
sein, damit Sie zumindest den Hauptspiegel im Fangspiegel erkennen können.
- Befindet sich ein Okular im Auszug, so entfernen Sie dieses. Schauen Sie durch
den Okularauszug. Sie werden den Fangspiegel und den Fangspiegelhalter, sowie
Reflexionen des Fangspiegels und seiner Halterung, des Hauptspiegels und Ihres
Auges sehen (siehe Abb. 2). Diese Abbildung
zeigt den Anblick mit beiden Spiegeln dekollimiert und dem Fangspiegel nicht optisch
zentrisch unter dem Okularauszug. Am besten legen oder kleben Sie ein weisses Blatt
Papier gegenüber des Okularauszuges auf die Innenseite des Tubuses. Dies hilft
bei der Zentrierung des Fangspiegels, insbesondere bei etwas schummrigen
Lichtverhältnissen.
- Setzen Sie nun das Kollimationsokular in den Okularauszug und blicken Sie durch
das Sichtloch. Sie werden bemerken, dass das Blickfeld etwas enger geworden ist.
Statt Ihres Auges sehen Sie nun die Reflexion des 45° Lichtreflektors.
Prüfen Sie nun nach, ob der Fangspiegel schön zentrisch unter dem
Okularauszug erscheint. Das Fadenkreuz dient hierfür als Referenz.
Das Zentrum des Fangspiegels soll dabei genau mit dem Fadenkreuz übereinstimmen.
Vergessen Sie an dieser Stelle die Reflexionen im Fangspiegel ganz, diese kommen
erst in den nächsten Schritten zum Zuge. Erscheint der Fangspiegel nicht
zentrisch, so korrigieren Sie die Lage des Fangspiegels. Falls sich beides nicht
in Übereinstimmung bringen lässt, überprüfen Sie, ob der
Okularauszug schön rechtwinklig montiert ist und beheben Sie dies nötigenfalls.
Am Schluss dieses Schrittes muss es in etwa so aussehen wie in
Abbildung 3a.
- Nun korrigieren Sie Neigung und Drehung des Fangspiegels, bis die Reflexion des
gesamten Hauptspiegels schön zentrisch erscheint. Ein Punkt (z.B. mit einem
Filzstift) in der Mitte des Hauptspiegels ist hierfür als Referenz sehr
nützlich. Vergessen Sie an dieser Stelle die Reflexion des Fangspiegels im
Hauptspiegel. Diese brauchen Sie erst im nächsten Schritt. Am Schluss dieses
Schrittes muss es in etwa so aussehen wie in
Abbildung 3b.
- Jetzt ist es an der Zeit, die Neigung des Hauptspiegels zu korrigieren. Der Punkt
in der Mitte des Hauptspiegels muss dabei genau ins Zentrum der hellen Reflexion des
45° Lichtreflektors im Kollimationsokular zu liegen kommen. Nun sollte es so
aussehen wie in Abbildung 3c. Die Reflexion des
Hauptspiegels ist zentrisch zum Fangspiegel und die Reflexion des Fangspiegels ist
zentrisch in der Reflexion des Hauptspiegels. Wenn nun alles zentrisch mit dem
Fadenkreuz des Kollimationsokulars ist, dann ist das Teleskop kollimiert.
- Den letzten Feinschliff in der Kollimation nehmen Sie am besten mit einem stark
vergrössernden Okularen an einem Stern vor. Hierzu brauchen sie meist nur den
Hauptspiegel noch etwas zu korrigieren, bis das Beugungsbild des Sterns schön
zentrisch erscheint. Eine perfekte Anleitung hierfür bietet Harold Richard
Suiters "Star Testing Astronomical Telescopes".
- Schmidt-Cassegrain
- Bei den handelsüblichen Schmidt-Cassegrain Teleskopen erfolgt die Kollimation
am besten anhand eines Sterns mit einem stark vergrössernden Okular. Bei sehr
starker Dekollimation ist das Kollimationsokular jedoch ganz praktisch. Meist
lässt sich bei den handelsüblichen SCTs eh nur die Neigung des Fangspiegels
etwas verstellen. Seien Sie aber vorsichtig - bei vielen sind die drei
Justierschrauben sehr kurz und eine Sicherung ist meist nicht vorhanden!!! Manchmal
ist eine dritte Umdrehung der kleinen Schräubchen schon zuviel. Bringen sie
lieber das Teleskop in eine etwa Schräglage, so dass der Fangspiegel nicht auf
den Hauptspiegel fallen kann.
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